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News

111 Jahre ...

J.G. Kolbe Pistolen | Fotos: Daniel Schwarz, Hermann Historika GmbH München111 Jahre Heimat- und Waffenmuseum Suhl 2019

Teil 1. Suhler Meisterwerke auf die wir stolz sein können.

In der Herbstauktion A 77 im Jahr 2018 der Hermann Historica GmbH in München gehörte die Versteigerung von einem Paar Steinschlosspistolen, von dem Suhler Johann Gottfried Kolbe um 1745 gefertigt, zu den Spitzenergebnissen. Der Aufrufpreis war 12.000 €. Zum Schluss bekam ein Bieter den Zuschlag für 36.000 €. In Suhl gefertigte Handfeuerwaffen in Luxusausführung sind bei Sammlern und Liebhabern sehr begehrt. Es ist immer wieder erstaunlich, was in Suhl alles gefertigt wurde.

Johann Gottfried Kolbe ist für uns kein Unbekannter. Er war einer der fähigsten Suhler Eisenschneider und Graveure des 18. Jahrhunderts. Seine Luxus- und Prunkwaffen gehören bis heute zu den Spitzenleistungen europäischer Büchsenmacherkunst. Mitstreiter waren die Meister „GM“, Meister Matthias Hoffmann, Johann Stephan Seeber und die Meister der Suhl- Goldlauterer Werkstatt, um Johann Christoph Stockmar.

Anzunehmen ist, dass Johann Gottfried Kolbe seine außergewöhnlichen Leistungen den oben genannten Meistern anbot. Bereits um 1735 sorgte Johann Gottfried Kolbe in London für Aufsehen. Ein wundervolles Luftgewehr, verziert im Eisenschnitt und mit schweren Silberbeschlägen. Er signierte es mit „Kolbe fecit London“. Heute befindet es sich im Victoria und Albert Museum in London. Eine Steinschlossgarnitur (Flinte, Büchse und zwei Pistolen) befinden sich in der Rüstkammer Dresden. Spielerisch verstand es Johann Gottfried Kolbe mit der Rokokodekoration durch Eisenschnitt umzugehen. Die matte Vergoldung des Untergrundes hob die geschnittenen Rokokoszenen reizvoll hervor.

Kolbes eindrucksvollste Arbeit sind sechs herrliche Handfeuerwaffen - 2 Büchsen, 2 Vogelflinten und 2 Pistolen - signiert mit „Kolb a Suhl“. Die Beschläge bestehen aus vergoldetem Eisenschnitt. Sie zeigen die Kunstfertigkeit des Rokoko auf ihrem Höhepunkt. Auf den Läufen befinden sich die Initialen von König Karl III. von Spanien sowie dessen Wappen. Die Waffen waren ein Hochzeitsgeschenk August II. an Karl III., aus Anlass der Hochzeit 1738 von Karl mit Maria Amalia von Sachsen.

Heute befinden sich die erlesenen Waffen im Nationalmuseum Capodimonte in Neapel. Eine gewünschte Ausleihe der Prunkwaffen, um diese im Waffenmuseum Suhl einmal zu zeigen wurde an zu hohe Auflagen gestellt. Die Wertschätzung Suhler Meisterarbeiten ist weltweit sehr hoch.

Karl KolbJohann Gottfried Kolbe unterrichtete seine Söhne sowie viele Graveurkünstler in Wien, Petersburg, London, Paris und Dresden. Nachgewiesen ist ein Valentin L. Kolbe 1753 und Max Kolbe, welcher in München tätig war. Sohn Heinrich Gottlieb Kolbe (1740-1814) war Graveur, Senator, Gewehrhändler und Bürgermeister in Suhl. Die markantesten Persönlichkeiten der Suhler Jagdwaffengraveure in der Zeit zwischen 1840 und 1961 sind Vertreter der Familie Kolb (aus Kolbe wurde Kolb). Genannt seien: Carl Friedrich Kolb (1825-1898), Hugo Kolb(1854-1934), Karl Theodor Kolb(1884-1961). Hugo und Karl Kolb schufen nicht nur erlesene Gravuren auf Handfeuerwaffen, sondern auch besondere Kunstwerke, wie z.B. die vier Meter hohe und breite astronomische Kunstuhr von 1904, für das Deutsche Museum München zusammen mit dem Kunstmechaniker Reithmann oder das Ehrenpräsent für Otto von Bismarck, ein silberner Ehrenbürgerrechtsbrief von 1895, Verbleib unbekannt.

Suhler Graveurinnung um 1910

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